An der Gesamtschule wird wieder gebaut! Zum vierten Mal findet das Projekt „Wir bauen ein Haus“ statt und bietet sieben Schülerinnen und Schülern die besondere Möglichkeit, ein echtes Bauvorhaben von der Planung bis zum Ausbau aktiv mitzugestalten. In diesem Schuljahr gibt es dabei eine Premiere: Die eigens für das Projekt errichtete Bau-Halle neben dem Technikgebäude an der Bultstraße wird erstmals genutzt und eingeweiht.
Das Projekt hat bereits eine kleine Geschichte an der Gesamtschule. Während die ersten beiden Durchgänge in der ehemaligen Feuer- und Rettungswache in Oelde durchgeführt wurden, stand im dritten Jahr die Renovierung einer Wohnung im Mittelpunkt. Nun geht es wieder an einen Neubau – und damit an ein Projekt, bei dem die Schülerinnen und Schüler Schritt für Schritt erleben können, wie aus einer Idee ein Gebäude entsteht.
Im Mittelpunkt stehen die Jugendlichen selbst: Gemeinsam entwickeln und errichten sie ein räumliches Modellhaus und übernehmen dabei zahlreiche praktische Aufgaben. Dabei bleibt es nicht bei theoretischem Wissen. Unter Anleitung von erfahrenen Fachkräften probieren die Schülerinnen und Schüler typische Tätigkeiten verschiedener Bau- und Ausbaugewerke selbst aus. Das Haus wächst dabei Stück für Stück. Die Jugendlichen messen, planen, rechnen, bearbeiten unterschiedliche Materialien, bedienen Werkzeuge und lösen konkrete technische Herausforderungen. Gleichzeitig müssen die einzelnen Gewerke eng zusammenarbeiten: Was heute gemauert wird, muss später zu Fenstern, Elektroinstallation, Sanitär und Innenausbau passen. So wird unmittelbar erfahrbar, dass ein Haus nur dann erfolgreich entsteht, wenn viele Arbeitsschritte ineinandergreifen und gut aufeinander abgestimmt sind.
Der Bau gliedert sich in zwei große Projektabschnitte. Zunächst stehen die grundlegenden Arbeiten am Gebäude im Mittelpunkt: Planung und Vorbereitung, Mauerarbeiten, Herstellen der Fensteröffnungen, Bau der Holzkonstruktion, Errichtung des geneigten Daches, Einbau der Fenster. Im zweiten Abschnitt geht es zunehmend um die technische Ausstattung und den Innenausbau: Elektroinstallation, Sanitärinstallation, Bauwerksabdichtung, Fliesenarbeiten, Trockenbau und Malerarbeiten.
Das Projekt verbindet auf besondere Weise Berufsorientierung, MINT-Lernen und praktisches Arbeiten. Über einen Zeitraum von einem Schuljahr können die Jugendlichen immer dienstags in der 3. Und 4. Stunde ihre eigenen Ideen einbringen, handwerkliche Fähigkeiten entwickeln und erleben, wie vielseitig die Arbeitswelt im Handwerk ist. Ein besonderer Bestandteil des Projekts ist der persönliche Kontakt zu den beteiligten Handwerksbetrieben. Bereits vor Beginn des Projekts führen Vertreterinnen und Vertreter der Unternehmen Gespräche mit interessierten Jugendlichen. Dadurch entstehen erste persönliche Begegnungen und Berührungspunkte mit der Berufswelt. Während der Bauphase ergeben sich zahlreiche weitere Möglichkeiten, mit den Fachkräften ins Gespräch zu kommen und mehr über Ausbildungswege, konkrete Tätigkeiten und berufliche Perspektiven im Handwerk zu erfahren.
Unterstützt wird das Projekt in diesem Jahr von zahlreichen regionalen Fachbetrieben, die ihr Know-how, ihre Materialien und ihre Zeit einbringen. Mit dabei sind Metallbau Schmitfranz, Holzbau Krampe, Fliesen Brand, Farbstudio Brinkmann, Elektro Vogedes, Sanitär Hanold, Dachdecker Lohmeier und Krupp sowie die Bauunternehmung Haferkemper.
Der Startschuss für den diesjährigen Hausbau ist bereits gefallen: In den ersten Wochen wurden die ersten Mauersteine gesetzt. Auch bei der technischen Ausstattung geht es voran – die Therme wurde bereits angeschlossen. Damit nimmt das Bauwerk sichtbar Gestalt an. Wir sind gespannt, wie sich das Haus Schritt für Schritt entwickelt – und freuen uns darauf, den Jugendlichen dabei zuzusehen, wie sie mit ihren eigenen Händen etwas Bleibendes schaffen.


