Das Publikum im Bürgerhaus mit den Aktiven des Nachmittags (vorn - in der ersten Reihe): Ludger Reckmann (Referent), Ulla Gersmann (Übungsleiterin), Pfarrer i.R. Wolfgang Bovekamp (Organisator und Moderator) und Hermann Bökamp (Klavierstücke und Begleitung des gemeinsamen Singens)
Ganz im Zeichen des Herbstes stand der letzte Offene Treffpunkt 60 plus: Pfarrer i.R. Wolfgang Bovekamp begrüßte rund 150 Seniorinnen und Senioren im herbstlich geschmückten Saal des Bürgerhauses. Anlässlich des „Welt-Alzheimertages“ am selben Tag betonte er die Notwendigkeit, Menschen mit Demenzerkrankungen solidarisch und verständnisvoll zu begegnen, da die Krankheit jeden und jede treffen könne. Gleich zu Beginn berührte Hermann Bökamp die Zuhörerschaft mit seiner Interpretation der „Träumerei“ (op. 15 Nr. 7) von Robert Schumann. Der gemeinsame Gesang herbstlicher Lieder wie „Bunt sind schon die Wälder“ oder „Hejo, spann den Wagen an“ vertiefte das Thema ebenso wie der Vortrag von Gedichten, wie etwa „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ (Theodor Fontane), „Herbsttag“ und „Herbst“, beide von Rainer Maria Rilke, dessen 100ster Todestag Ende dieses Jahres begangen wird. Mit der Bewegungsgeschichte „Herbstspaziergang“ gelang es Ulla Gersmann, Übungsleiterin aus Enniger, die Zuhörerschaft auch im Sitzen in Bewegung zu setzen. „Bewegung ist Leben und Leben ist Bewegung“, so beschrieb sie ihr persönliches Motto, mit dem sie die Wichtigkeit der regelmäßigen körperlichen Aktivität auch im Alter unterstrich und Tipps für Bewegungsmöglichkeiten im Alltag vorstellte. Der Höhepunkt des Nachmittags war jedoch der Reisebericht von Ludger Reckmann „Faszinierendes Lappland – Bilder einer Winterreise“, in dem er das Publikum mitnahm in eine Welt der Stille und Weite, in der bei arktischen Temperaturen von -40°C im ausgehenden Winter sehr viele Tiere, aber wenige Menschen leben. Er zeigte in seiner Präsentation Bilder von einer Husky-Tour, bezaubernde Eindrücke vom nördlichen Polarkreis, von Rentieren, besonderen Eishotels, von der Einsamkeit in der winterlichen Weite und von der Kultur der indigenen Samen, die ganz Skandinavien und Teile Russlands geprägt hat. Aufgelockert wurde der Nachmittag weiter mit dem anrührenden „My Way“ (Frank Sinatra), vorgetragen von Hermann Bökamp am Klavier, sowie dem gemeinsamen Gesang von „Ein Jäger aus Kurpfalz“ und zum Abschluss „Kein schöner‘ Land in dieser Zeit“. Pfarrer i.R. Wolfgang Bovekamp betonte die ständig wachsende Teilnehmerzahl des Offenen Treffpunkt 60 plus und dessen Bedeutung in der Kampagne gegen Einsamkeit. Er stellte für den 14. Dezember eine vorweihnachtliche Feier mit dem Akkordeonorchester „Hohnerklang“ und weiter im Jahr 2027 am 1. März. einen Vortrag zum Thema „Demenzvorbeugung“ in Aussicht. Das Publikum dankte für den anregenden Nachmittag mit Kaffee und Kuchen, aber auch gemeinsamem Gesang, Information und Bewegung mit anhaltendem Applaus.

