Rund 130 Personen haben am sommerlich geprägten Offenen Treffpunkt 60 plus teilgenommen. Die vierteljährlichen Treffen im Bürgerhaus stehen im Zeichen der Gemeinschaft, der Information und der Musik, betonte Pfarrer em. Wolfgang Bovekamp, Organisator und Moderator der Veranstaltung. Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken hielt Apotheker Dr. Alexander Hake einen kurzweiligen Vortrag zum Thema „Gut versorgt statt überversorgt: Medikamente im Alter“. Seit 2025 ist er Inhaber der Apotheke Hake in Ennigerloh, erzählte er. Mit seiner Apotheke versorge Hake zahlreiche Pflegedienste und Seniorenheime, wodurch er auf die Geriatrie spezialisiert sei. Die Anfrage für den Vortrag habe er schnell zugesagt: „Informieren gehört zu unserem Beruf dazu“, betonte er.
Wie der Titel des Vortrags verrät, ging Hake besonders auf die sogenannte Polypharmazie ein. Das liegt vor, wenn eine Person, unter anderem aufgrund einer chronischen Krankheit, fünf oder mehr Arzneimittel gleichzeitig einnehmen muss, wodurch Wechsel- und Nebenwirkungen häufiger auftreten können. Besonders im höheren Alter kann Polypharmazie zu verstärkten geriatrischen Syndromen wie Stürze, Demenz, Immobilität oder Inkontinenz führen. Er zeigte den Anwesenden die Problematiken an ausgesuchten Beispielen und gab ihnen alltagstaugliche Tipps mit auf den Weg. Mehrfach betonte er die Relevanz des richtigen Einnahmezeitpunkts der Medikamente. Außerdem sollte regelmäßig geschaut werden, ob alle verschriebenen Arzneimittel noch benötigt werden und ob sich neue dazugekommene mit den bisherigen vertragen. Hake machte darauf aufmerksam, dass jede Apotheke eine Polymedikationsanalyse durchführen kann, in der alle Medikamente auf ihre gemeinsamen Wechselwirkungen geprüft werden können. Der Apotheker betonte, immer Rücksprache mit dem Arzt zu halten und niemals Medikamente eigenständig abzusetzen, denn das berge enorme Risiken.
Damit das lange Sitzen nicht so schwerfällt führte Ulla Gersmann aus Enniger Sitzgymnastik mit den Anwesenden durch und nahm sie mit auf einen gedanklichen Sommerspaziergang. Zwischendurch sangen alle die warme Jahreszeit lobende Volkslieder, die Hermann Bökamp am Klavier begleitete. Zusammen mit Bettina Behrendt (Querflöte) spielte er den berühmten Hymnus „Panis angelicus“. Auch Willy Kliewe aus Beckum, der als Udo-Jürgens-Interpret Lieder wie „Ein ehrenwertes Haus“, „Griechischer Wein“ und „Ich war noch niemals in New York“ zum Besten gab, überzeugte das Publikum sichtlich. Es wurde geklatscht, sich eingehakt und geschunkelt, und kräftig mitgesungen.
Das nächste Treffen findet am Montag, 21. September von 14.30 bis 17.15 Uhr im Bürgerhaus, Bernhard-Raestrup-Platz 10, statt.

