NABU Oelde: Blühwiesen bleiben kühler als gemähter Rasen

Geschrieben am 26.06.2026
von Redaktion OeldeToGo


Messungen des NABU Oelde zeigen deutliche Temperaturunterschiede auf Grünflächen. Während kurz gemähter Rasen in der Sommerhitze stark aufheizt, bleiben Blühwiesen und Flächen mit höherem Bewuchs deutlich kühler. Der NABU Oelde ruft dazu auf, auch in privaten Gärten mehr Raum für Natur zu schaffen. Jede Blühinsel hilft dabei, die Artenvielfalt zu fördern und das Stadtklima zu verbessern.

Die aktuelle Hitzewelle setzt Menschen, Tieren und Pflanzen zu. Mitglieder des NABU Oelde haben bereits im vergangenen Jahr die Temperaturen verschiedener Grünflächen in dem Naturerfahrungsraum Bredengärten gemessen. Mit einem Infraro Thermometer verglichen sie kurz gemähte Rasenflächen mit Wiesen und naturnahen Flächen, die länger wachsen durften.

Die Ergebnisse waren deutlich: Kurz gemähte Bereiche heizten sich erheblich stärker auf als Flächen mit hohem und vielfältigem Pflanzenbewuchs. Gleichzeitig zeigten sich die kurz gemähten Bereiche vielerorts bereits braun und ausgetrocknet, während die höher bewachsenen Flächen noch grün waren.



„Die Unterschiede waren erstaunlich deutlich“, berichtet Lisa Schaberg vom NABU Oelde. „Auf den naturnahen Flächen lagen die Temperaturen an der Bodenoberfläche spürbar niedriger. Dort blieb der Boden länger feucht und die Vegetation deutlich vitaler.“

Die Beobachtungen decken sich mit wissenschaftlichen Untersuchungen. Vielfältige Pflanzenbestände beschatten den Boden, halten Feuchtigkeit zurück und bremsen die Erwärmung. Dadurch schützen sie nicht nur die Pflanzen selbst, sondern verbessern auch das Mikroklima in ihrer Umgebung. „Pflanzen wirken wie natürliche Klimaanlagen“, sagt Lisa Schaberg. „Jeder Quadratmeter, der nicht ständig kurz gemäht wird, trägt dazu bei, die Folgen extremer Hitze abzumildern.“

Neben dem Klima profitieren auch zahlreiche Tierarten. In der intensiv genutzten Agrarlandschaft fehlen vielerorts Blühflächen, Säume und andere Strukturen. Naturnahe Gärten übernehmen deshalb eine wichtige Funktion als Rückzugs- und Nahrungsräume. „Jede Blühinsel in Oelde ist ein Trittstein für Insekten“, erklärt Lisa Schaberg. „Wildbienen, Schmetterlinge und viele andere Arten finden dort Nahrung und können auf ihren Wanderungen neue Kraft schöpfen.“

Der NABU Oelde empfiehlt, einzelne Gartenbereiche seltener zu mähen und heimische Wildpflanzen wachsen zu lassen. Schon kleine Flächen können einen Beitrag leisten. Entsteht daraus ein Netz vieler naturnaher Inseln, profitieren sowohl die biologische Vielfalt als auch das lokale Klima. „Naturschutz beginnt direkt vor der eigenen Haustür“, sagt Lisa Schaberg. „Wer seinem Garten etwas mehr Wildnis erlaubt, hilft gleichzeitig Insekten, Vögeln und den Menschen in unserer Stadt.“

 

Weitere Informationen unter www.nabu-oelde.de.