Als die Abfallsammelfahrzeuge auf das Gelände des Entsorgungszentrums in Ennigerloh fahren und ein Hupkonzert erklingt, ist schnell klar: Dieser Abschied ist ein besonderer. Mit Franz Krumtünger verlässt nicht nur ein langjähriger Geschäftsführer die Abfallwirtschaft – es endet auch eine 100-jährige Familientradition.
Der Oelder ist jetzt offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. Mit seinem Ausscheiden endet die Firmengeschichte der Familie Krumtünger, die die lokale Abfallwirtschaft über drei Generationen hinweg geprägt hat. „Die Abfallwirtschaft hat sich seit 1926 enorm gewandelt. Heute ist kaum noch vorstellbar, dass mein Großvater den Abfall der Bürgerinnen und Bürger in Oelde mit Pferd und Wagen abgeholt hat“, sagt Franz Krumtünger.
Was vor einem Jahrhundert mit seinem Großvater begann, wurde von seinem Vater fortgeführt und schließlich von ihm selbst weiterentwickelt. Aus dem einst kleinen Familienbetrieb entstand mit der Zeit ein modernes Entsorgungsunternehmen. Heute werden von der ECOWEST LOGISITK Haus- und Bioabfälle, Altpapier, Elektroschrott und Sperrmüll an rund 10.000 Standorten im Oelder Stadtgebiet eingesammelt und schließlich zum Entsorgungszentrum nach Ennigerloh transportiert. Auch in Sassenberg und Ennigerloh übernimmt das Unternehmen Aufgaben in der Abfall- und Wertstoffsammlung.
Ein wichtiger Meilenstein war die Gründung der Krumtünger Entsorgung GmbH (KEG) im Jahr 2002 – gemeinsam mit der Stadt Oelde und der AWG. Seit 2021 ist die AWG KOMMMUNAL alleinige Gesellschafterin. Aus der KEG wurde 2024 schließlich die ECOWEST LOGISTIK, die heute Teil des ECOWEST VERBUNDES ist.
Den Abschied vom traditionsreichen Familiennamen in 2024 betrachtete Franz Krumtünger pragmatisch. „Heutzutage muss man bereit sein, Veränderungen auch sichtbar zu machen“, sagt er. Die Umfirmierung sei für ihn zugleich ein erster Schritt gewesen, Verantwortung abzugeben und den eigenen Ruhestand vorzubereiten.
Mit seinem Ausscheiden übernimmt Frank Hengstermann nun die alleinige Geschäftsführung der ECOWEST LOGISTIK. Bei der Verabschiedung wurde deutlich, wie sehr Franz Krumtünger von Kolleginnen und Kollegen geschätzt wird – für seine Bodenständigkeit, seinen Teamgeist und seinen Gestaltungswillen.
Zum Abschied durfte er noch einmal auf dem Trittbrett eines Sammelfahrzeugs mitfahren. Ein symbolischer Moment, der das letzte Kapitel der Familiengeschichte nun endgültig schließt.


