NABU Oelde: Amphibienschutzzäune retten tausende Tiere in Oelde

Geschrieben am 11.03.2026
von Redaktion OeldeToGo


Mit Beginn des Frühjahrs machen sich Kröten, Frösche und Molche auf den Weg zu ihren Laichgewässern. In Oelde schützen Ehrenamtliche des NABU die Tiere mit Amphibienschutzzäunen entlang gefährlicher Straßen. Die Zäune lenken die Tiere in Fangbehälter, aus denen sie täglich eingesammelt und sicher über die Straße gebracht werden. Erste Zahlen zeigen: Die Maßnahme wirkt und rettet jedes Jahr tausende Amphibien.

Wenn im Frühjahr die Temperaturen nachts dauerhaft über fünf Grad steigen und feuchte Witterung herrscht, beginnt die Wanderung der Amphibien zu ihren Laichgewässern. Besonders an Straßen geraten viele Tiere in Gefahr. Nach Schätzungen sterben jedes Jahr Millionen Amphibien im Straßenverkehr. Neben dem Überfahrenwerden kann bereits der Luftdruck vorbeifahrender Fahrzeuge tödlich sein. 

Um das zu verhindern, betreut die Projektgruppe Amphibienschutz des NABU Oelde derzeit drei mobile Amphibienschutzzäune mit insgesamt rund 1.000 Metern Länge und etwa 60 Fangeimern. Entlang der Zäune wandern die Tiere zu den eingegrabenen Eimern und fallen hinein. Ehrenamtliche kontrollieren die Fallen täglich am Morgen, bestimmen Art und Geschlecht der Tiere und setzen sie anschließend auf der gegenüberliegenden Straßenseite wieder aus.

„Unser Ziel: Wir wollen verhindern, dass Amphibien auf den Straßen sterben“, sagt Johanna Schumacher, Projektgruppe Amphibienschutz des NABU Oelde. „Die Zäune lenken die Tiere sicher zu den Sammelstellen, wo wir sie aufnehmen und über die Straße bringen.“

Die Fangbehälter stehen etwa alle sechs Meter entlang der Leitzäune. Kleine Löcher im Boden lassen Regenwasser ablaufen, während Äste als Ausstiegshilfe für versehentlich hineingefallene Insekten oder Mäuse dienen. „Jeder Eimer wird täglich kontrolliert – auch wenn es plötzlich wieder kalt wird“, erklärt Johanna Schumacher. „So stellen wir sicher, dass kein Tier unnötig in den Fallen bleibt.“

In den Eimern finden die Helfer vor allem Erdkröten, Gras- und Teichfrösche sowie verschiedene Molcharten. In Oelde kommt zudem eine besondere Art vor: der seltene Kammmolch. „Dass wir diese Arten hier nachweisen können, zeigt, wie wichtig der Schutz ihrer Wanderwege ist“, betont Johanna Schumacher. 



Zur Bestimmung wird der seltene Kammmolch auf den Rücken gedreht.


Die Arbeit zeigt Wirkung. Bereits im Folgejahr nach dem Aufbau eines Zaunes stabilisieren sich oft die Bestände. Am Standort „Regenrückhaltebecken“ wurden 2025 bereits 3.446 Erdkröten gezählt – deutlich mehr als im Jahr zuvor. 

Finanziert werden die Zäune aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Den Aufbau übernimmt die NABU-Station Münsterland, während die Betreuung vollständig durch Ehrenamtliche aus Oelde und Umgebung erfolgt. „Die Zäune sind wichtig, aber entscheidend sind die Menschen, die jeden Morgen nach den Tieren schauen“, erklärt Johanna Schumacher. „Je mehr Freiwillige mitmachen, desto mehr Wanderstrecken können wir schützen.“

Hinweise auf Amphibienvorkommen oder überfahrene Tiere können Bürgerinnen und Bürger dem NABU Oelde unter der eMail Adresse info@nabu-oelde.de melden. So lassen sich neue Wanderkorridore erkennen und künftig besser schützen.

Der NABU Oelde ruft interessierte Naturschützerinnen und Naturschützer auf, sich zu beteiligen und Verantwortung für den Amphibienschutz vor Ort zu übernehmen. Die Teilnahme ist kostenfrei und jede/r ist Willkommen.



Der Blick in den Eimer: Diese Tiere sind gerettet.