Im Rahmen des Unterrichts zur Sexualerziehung nach den Richtlinien des Landes NRW war an zwei Freitagen, dem 23.01.26 und dem 30.01.26, die Drag Queen Liberty Lestrange an unserer Gesamtschule zu Gast. Die Veranstaltungen waren pädagogisch vorbereitet und wurden von Lehrkräften und Mitgliedern der Schulleitung begleitet.
Hinter der Kunstfigur Liberty Lestrange steht Matthias Dörmann, der als Diakon in der evangelischen Landeskirche tätig war und heute als freiberuflicher Pädagoge und Erzieher arbeitet. Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist er Vater und als Drag Queen auf der Bühne aktiv. In dieser Rolle gestaltete er erstmals Angebote für Schulklassen und arbeitete dabei mit den Jahrgangsstufen 6 und 8 zu den Themen Respekt, Vielfalt, Rollenbilder und Selbstwert.
Für die sechsten Klassen war der Besuch als Lesung mit anschließendem Gespräch angelegt. Liberty Lestrange stellte das Kinderbuch „My Shadow Is Pink“ vor, das den Schülerinnen und Schülern auf einfühlsame und poetische Weise vermittelte, wie wichtig es ist, den eigenen Weg zu gehen, auch wenn dieser nicht den klassischen Erwartungen entspricht. Im Buch wird die Rolle der Eltern gestärkt, die als Unterstützerinnen und Unterstützer ihres Kindes eine wesentliche Rolle auf diesem Weg spielen.
Die Lesung bildete den Ausgangspunkt für einen offenen Austausch über Identität, Selbstakzeptanz und gesellschaftliche Vielfalt. Dabei sprach Liberty Lestrange auch über den eigenen Lebensweg, das Aufbrechen von festgefahrenen Denkmustern und erklärte altersgerecht Begriffe wie LGBTQIA+. Die Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen elf und dreizehn Jahren begegneten den Inhalten mit großem Interesse und sichtbarer Offenheit. In den Wochen zuvor hatten sie sich im Unterricht bereits intensiv mit der Frage „Wer bin ich eigentlich?“, mit Rollenbildern und mit Diversität auseinandergesetzt.
Die Jahrgangsstufe 8 arbeitete im Rahmen eines Poetry-Slam-Formats zu ähnlichen Themenschwerpunkten. Auch hier stand nicht eine Bühnenperformance im Vordergrund, sondern der Dialog mit den Jugendlichen sowie die gemeinsame Auseinandersetzung mit Respekt, Vielfalt und persönlichem Selbstwert. Die Veranstaltungen waren bewusst nicht als Show konzipiert, sondern als pädagogische Begegnungen auf Augenhöhe.
Am ersten Veranstaltungstag, dem 23.01.26, richteten Schulleiter Mario Schmidt, die Bürgermeisterin Karin Rodeheger sowie die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Daniela Eggenstein, Grußworte an die Schülerinnen und Schüler. Sie betonten die Bedeutung eines wertschätzenden Umgangs miteinander und hoben hervor, wie wichtig frühe Bildungsangebote zu Vielfalt und gegenseitigem Respekt sind.
Organisiert wurde der Besuch in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Oelde, die diese Begegnungen ermöglicht und unterstützt hat. Ziel der Veranstaltungen war es, Kindern und Jugendlichen zu zeigen, dass Vielfalt ein selbstverständlicher Bestandteil unserer Gesellschaft ist und als Bereicherung wahrgenommen werden kann. Wer lernt, sich selbst anzunehmen und andere in ihrer Unterschiedlichkeit zu respektieren, ist besser darin gestärkt, Ausgrenzung, Mobbing und Vorurteilen entgegenzutreten. Während der beiden Termine wurde deutlich, dass die Schülerinnen und Schüler die Inhalte verstanden haben und ihnen offen, neugierig und vielfach auch berührt begegnet sind.
Das Foto oben zeigt: Philipp Helmers (Stadtbibliothek Oelde), Bürgermeisterin Karin Rodeheger, Drag Queen Liberty Lestrange, Schulleiter Mario Schmidt und Daniela Eggenstein (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oelde).


