Vor zwei Wochen hatten wir noch 27 Grad. Und als unser Team dann den Sonntagnachmittag mit unserem Stand auf dem HET verbracht hat, waren es mindestens Minusgrade. So war zumindest mein Eindruck nach einer Stunde draußen stehen. Am Abend war ich dann fest davon überzeugt, dass wir uns längst im zweistelligen Minusbereich bewegten.
Und natürlich ließen Husten und Schnupfen anschließend nicht lange auf sich warten.
Und ja, ich weiß! Wir haben selbst schon in einem Artikel geschrieben, dass Kälte allein diese lästigen Erkältungskrankheiten nicht auslöst. Aber ehrlich gesagt: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? Mir war am Sonntag kalt und jetzt sterbe ich an Schnupfen!
Na gut, vielleicht ist das ein kleines bisschen übertrieben. Aber wer schon einmal mit verstopfter Nase, dröhnendem Kopf und einer Stimme, die klingt wie ein kaputter Rasenmäher, aufgewacht ist, weiß: Eine Erkältung kann einem ganz schön den Tag vermiesen.
Also habe ich beschlossen, mich auf die guten alten Hausmittel zu besinnen. Denn was Oma schon wusste, kann heute ja nicht völlig verkehrt sein. Und tatsächlich gibt es einige kleine Helfer, die unsere Beschwerden zumindest erträglicher machen können.
Die Zwiebel auf dem Nachttisch
Fangen wir mit einem meiner absoluten Favoriten an. Eine Zwiebel aufschneiden, auf einen Teller legen und ab damit ins Schlafzimmer. Klingt merkwürdig? Mag sein. Aber ich schwöre darauf! Gerade bei nächtlichem Husten hat dieser Trick bei uns schon wunderbar funktioniert. Und unsere Nachbarfamilie hat damit ebenfalls gute Erfahrungen gemacht.
Warum das funktioniert? Gute Frage! Wissenschaftlich ist eine hustenlindernde Wirkung der Zwiebeldämpfe bislang nicht belegt. Aber wenn die halbe Familie nachts endlich wieder schlafen kann, ist mir das ehrlich gesagt ziemlich egal. Einziger Nachteil: Das Schlafzimmer riecht am nächsten Morgen ein bisschen nach Dönerbude. Ohne Döner.
Hühnersuppe – Omas Klassiker
Wenn draußen das Schmuddelwetter regiert und drinnen die Taschentücherberge wachsen, gibt es kaum etwas Schöneres als eine heiße Hühnersuppe. Die wärmt von innen, liefert Flüssigkeit und schmeckt auch dann noch, wenn der Appetit eigentlich längst Urlaub gemacht hat.
Ob sie eine Erkältung tatsächlich verkürzt, ist nicht bewiesen. Aber dass so eine dampfende Schüssel Suppe Körper und Seele guttut, darüber müssen wir wohl nicht diskutieren.
Honig – süße Hilfe für den Hals
Wenn der Hals kratzt und der Husten nervt, kann ein Löffel Honig helfen. Tatsächlich gibt es wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Honig den Hustenreiz lindern kann, besonders nachts. Ob pur vom Löffel oder in einer Tasse warmem Tee – erlaubt ist, was schmeckt.
Ich persönlich kann Honig übrigens nicht ausstehen. Falls das irgendwen interessiert. Der ist mir einfach viel zu süß. Ja, ich weiß, das liegt irgendwie in der Natur der Sache. Aber trotzdem! Wer Honig mag, darf also gerne zugreifen. Nur bei Kindern unter einem Jahr hat er nichts zu suchen.
Salzwasser – nicht lecker, aber hilfreich
Zugegeben, es gibt angenehmere Dinge, als mit Salzwasser zu gurgeln. Aber bei Halsschmerzen kann genau das wohltuend sein. Einfach einen halben Teelöffel Salz in einem Glas lauwarmem Wasser auflösen, damit gurgeln und anschließend ausspucken.
Auch bei verstopfter Nase kann Salz helfen. Ein Meerwasser-Nasenspray oder eine Nasendusche mit geeigneter Salzlösung kann festsitzenden Schleim lösen und das Durchatmen erleichtern. Für eine Nasendusche sollte man nur dafür geeignetes, keimfreies oder zuvor abgekochtes und abgekühltes Wasser verwenden.
Ingwer, Thymian und Co.
Auch die gute alte Teekanne darf bei einer Erkältung Überstunden machen. Ingwer mit Zitrone und Honig, Thymiantee bei Husten oder Salbeitee für den gereizten Hals – die Auswahl ist groß. Natürlich verschwindet durch eine Tasse Tee kein Erkältungsvirus. Aber warme Getränke können die gereizten Schleimhäute beruhigen. Und mit einer heißen Tasse Tee in der Hand lässt sich das Elend zumindest gemütlicher ertragen.
Das wohl schwierigste Hausmittel: Ruhe!
Jetzt kommt der Teil, an dem es bei den meisten von uns scheitert. Einfach mal nichts tun! Keine Wäsche, keine Arbeit, nicht noch schnell dies oder das erledigen. Unser Körper braucht Energie, um mit einer Erkältung fertigzuwerden. Also dürfen wir ihm ruhig etwas Schlaf und Erholung gönnen. Und wer dabei mit einer Wärmflasche unter der Kuscheldecke landet, macht sicherlich nichts falsch.
Natürlich haben auch Hausmittel ihre Grenzen. Bei Atemnot, Brustschmerzen, hohem oder anhaltendem Fieber oder einer deutlichen Verschlechterung der Beschwerden sollte man ärztlichen Rat einholen.
Und ich? Ich werde jetzt erst einmal eine Zwiebel aufschneiden, mir einen Tee kochen – selbstverständlich ohne Honig! – und mich auf dem Sofa einquartieren. Schließlich bin ich schwer erkältet. Und wenn man schon an Schnupfen stirbt, dann wenigstens gemütlich!



