Es hustet wieder. Also das Kind. Der Hals tut auch weh. Und ich überlege ernsthaft, ob ich es direkt irgendwo in Pflege gebe oder wenigstens bis zum Frühjahr in seinem Zimmer isoliere. Denn eigentlich habe ICH meinen Beitrag zur diesjährigen Krankheitszeit bereits geleistet: drei Tage Komplett-Zwangspause und anschließend fast drei Wochen „Mir geht es nicht richtig schlecht, aber fit bin ich irgendwie auch nicht“. Reicht. Haken dran. Außerdem muss ich arbeiten. Da kann ich mir so einen Mist jetzt wirklich nicht schon wieder leisten.
Zum Glück wohnt Oma in der Nachbarschaft. Man könnte also das hustende Kind dort einquartieren. Andererseits wäre es vielleicht viel schlauer, MICH zu Oma zu schicken. Da werde ich wenigstens verwöhnt und muss niemanden pflegen. Ich denke noch darüber nach.
Der Herbst ist jedenfalls da. Und mit ihm kommen nicht nur bunte Blätter, Tee und gemütliche Abende zurück, sondern auch die kleinen Mitbewohner, auf die wirklich niemand gewartet hat: Erkältungsviren und andere Krankheitserreger. Und wer Kinder hat, weiß: Die finden zuverlässig den Weg ins Haus.
Da ich meine Jungs trotz ihrer Funktion als wandelnde Virenschleudern doch ziemlich gern habe und Ausquartieren vermutlich keine dauerhafte Lösung ist, bleibt Plan B: Wie kommen wir als Familie möglichst fit durch Herbst und Winter?
Das Immunsystem kann ein bisschen Unterstützung gebrauchen
Den einen magischen Immun-Booster gibt es leider nicht. Aber wir können unserem Körper gute Bedingungen geben, damit seine Abwehr vernünftig arbeiten kann. Ausreichend Schlaf gehört dazu – ja, ich weiß, leichter gesagt als getan. Regelmäßige Bewegung und frische Luft helfen ebenfalls, genauso wie eine abwechslungsreiche Ernährung mit Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und ausreichend Eiweiß.
Auch Vitamin D, Vitamin C und Zink spielen für das Immunsystem eine Rolle. Viel hilft allerdings nicht automatisch viel. Nahrungsergänzungsmittel sind bei einer ausgewogenen Ernährung nicht grundsätzlich nötig. Wer unsicher ist, ob ein Mangel besteht oder eine Ergänzung sinnvoll sein könnte, kann sich in der Arztpraxis oder Apotheke beraten lassen.
Händewaschen. Ja, wirklich.
Es klingt erschreckend unspektakulär, aber gründliches Händewaschen gehört tatsächlich zu den sinnvollsten Dingen, die wir tun können. Nach dem Heimkommen, vor dem Essen und natürlich nach dem Naseputzen: Wasser, Seife, fertig. Regelmäßiges Stoßlüften hilft zusätzlich, die Konzentration von Krankheitserregern in Innenräumen zu verringern. Und Husten und Niesen bitte in die Armbeuge – nicht in die Hand und möglichst auch nicht direkt in Richtung Mutter. Die hat schließlich schon genug geleistet.
Trinkflaschen, Gläser und Besteck müssen während der Erkältungssaison übrigens auch nicht unbedingt zum Familiengemeinschaftsprojekt werden.
Und wenn es einen trotzdem erwischt?
Dann hilft bei einem unkomplizierten Infekt vor allem das, wofür wir meistens am wenigsten Zeit haben: Ruhe. Dazu ausreichend trinken und schlafen und dem Körper die Chance geben, sich zu erholen. Antibiotika helfen gegen Erkältungsviren übrigens nicht – sie wirken gegen bestimmte bakterielle Infektionen und sollten nur eingesetzt werden, wenn sie medizinisch sinnvoll sind.
Hundertprozentig verhindern lässt sich der nächste Infekt wahrscheinlich trotzdem nicht. Vor allem nicht mit Kindern im Haus. Also bleiben die Jungs wohl doch hier.
MAMA, falls du das liest: Für mich wäre das Gästezimmer aber noch frei, oder?




