Als ich mit meinem ersten Kind schwanger war, entwickelte ich eine Leidenschaft für ein Gericht, das bis heute für Erheiterung sorgt: Kartoffelpüree mit geschmorten Zwiebeln. Nicht einmal, nicht gelegentlich – sondern ständig. So häufig, dass eine gute Freundin noch heute schmunzelnd nachfragt, ob es vielleicht wieder Nachwuchs gibt, wenn ich erwähne, dass es bei uns Kartoffelpüree mit Zwiebeln gibt.
Bei meiner zweiten Schwangerschaft war es weniger Heißhunger als vielmehr der Kampf gegen die morgendliche Übelkeit. Irgendwo hatte ich gelesen, dass eine Kleinigkeit im Magen helfen könne. Also lagen neben meinem Bett stets Haferkekse bereit. Bevor ich überhaupt aufstand, wurden erst einmal ein paar Kekse geknabbert – und tatsächlich: Für mich funktionierte dieser kleine Trick erstaunlich gut.
Schwangerschaften verlaufen unterschiedlich. Was die eine plötzlich lieben lernt, kann die andere nicht einmal riechen. Doch unabhängig von Heißhunger, Lieblingsgerichten oder Haferkeksen gilt: Eine ausgewogene Ernährung und ein gesunder Lebensstil leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit von Mutter und Kind.
Für zwei denken, nicht für zwei essen
Ein Satz, der werdenden Müttern häufig begegnet, bringt die aktuellen Empfehlungen gut auf den Punkt: „Für zwei denken, aber nicht für zwei essen.“
Tatsächlich steigt der Energiebedarf während der Schwangerschaft deutlich weniger an, als viele vermuten. Viel wichtiger als zusätzliche Kalorien ist eine gute Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Das Netzwerk Gesund ins Leben und das Bundeszentrum für Ernährung empfehlen eine abwechslungsreiche Ernährung mit reichlich Gemüse, Salat und Obst, Vollkornprodukten sowie Milch und Milchprodukten. Wasser und ungesüßte Tees sollten die bevorzugten Getränke sein. Süßigkeiten, Snacks oder Fast Food müssen nicht komplett vom Speiseplan verschwinden, sollten aber eher die Ausnahme bleiben. Schließlich versorgen sie den Körper meist mit viel Energie, aber wenigen wichtigen Nährstoffen.
Wichtige Nährstoffe für Mutter und Kind
Gerade in der Schwangerschaft steigt der Bedarf an einigen Nährstoffen deutlich an. Deshalb empfehlen Fachleute bereits bei Kinderwunsch und spätestens zu Beginn der Schwangerschaft die tägliche Einnahme von Folsäure. Sie unterstützt die gesunde Entwicklung des Nervensystems des ungeborenen Kindes und kann das Risiko bestimmter Fehlbildungen reduzieren.
Diese Lebensmittel sollten tabu sein
Bewegung ist ausdrücklich erwünscht
Lange Zeit galt Schonung als oberstes Gebot in der Schwangerschaft. Heute weiß man: Bewegung tut den meisten Schwangeren gut. Empfohlen werden mindestens 30 Minuten moderate Bewegung an fünf Tagen pro Woche, idealerweise sogar täglich. Spaziergänge, Schwimmen, Radfahren oder spezielle Schwangerschaftsgymnastik stärken Herz und Kreislauf, fördern das Wohlbefinden und können Rückenschmerzen, Schwangerschaftsdiabetes oder einer übermäßigen Gewichtszunahme entgegenwirken. Eine einfache Orientierung bietet der sogenannte Talk-Test: Solange man sich während der Bewegung noch unterhalten kann, ist die Belastung meist passend.
Alkohol, Rauchen und Medikamente
Bei einigen Themen sind die Empfehlungen eindeutig: Alkohol sollte während der gesamten Schwangerschaft konsequent vermieden werden. Gleiches gilt für das Rauchen und E-Zigaretten. Auch bei Medikamenten ist Vorsicht geboten. Selbst frei verkäufliche Präparate sollten nicht ohne Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme eingenommen werden.



