Kartoffelpüree, Haferkekse und ein gesunder Start ins Leben

Geschrieben am 05.08.2026
von Sylvia von der Redaktion Oelder Schaufenster


Als ich mit meinem ersten Kind schwanger war, entwickelte ich eine Leidenschaft für ein Gericht, das bis heute für Erheiterung sorgt: Kartoffelpüree mit geschmorten Zwiebeln. Nicht einmal, nicht gelegentlich – sondern ständig. So häufig, dass eine gute Freundin noch heute schmunzelnd nachfragt, ob es vielleicht wieder Nachwuchs gibt, wenn ich erwähne, dass es bei uns Kartoffelpüree mit Zwiebeln gibt.

Bei meiner zweiten Schwangerschaft war es weniger Heißhunger als vielmehr der Kampf gegen die morgendliche Übelkeit. Irgendwo hatte ich gelesen, dass eine Kleinigkeit im Magen helfen könne. Also lagen neben meinem Bett stets Haferkekse bereit. Bevor ich überhaupt aufstand, wurden erst einmal ein paar Kekse geknabbert – und tatsächlich: Für mich funktionierte dieser kleine Trick erstaunlich gut.

Schwangerschaften verlaufen unterschiedlich. Was die eine plötzlich lieben lernt, kann die andere nicht einmal riechen. Doch unabhängig von Heißhunger, Lieblingsgerichten oder Haferkeksen gilt: Eine ausgewogene Ernährung und ein gesunder Lebensstil leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit von Mutter und Kind.

Für zwei denken, nicht für zwei essen

Ein Satz, der werdenden Müttern häufig begegnet, bringt die aktuellen Empfehlungen gut auf den Punkt: „Für zwei denken, aber nicht für zwei essen.“
Tatsächlich steigt der Energiebedarf während der Schwangerschaft deutlich weniger an, als viele vermuten. Viel wichtiger als zusätzliche Kalorien ist eine gute Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Das Netzwerk Gesund ins Leben und das Bundeszentrum für Ernährung empfehlen eine abwechslungsreiche Ernährung mit reichlich Gemüse, Salat und Obst, Vollkornprodukten sowie Milch und Milchprodukten. Wasser und ungesüßte Tees sollten die bevorzugten Getränke sein. Süßigkeiten, Snacks oder Fast Food müssen nicht komplett vom Speiseplan verschwinden, sollten aber eher die Ausnahme bleiben. Schließlich versorgen sie den Körper meist mit viel Energie, aber wenigen wichtigen Nährstoffen.

 

 


Wichtige Nährstoffe für Mutter und Kind

 Gerade in der Schwangerschaft steigt der Bedarf an einigen Nährstoffen deutlich an. Deshalb empfehlen Fachleute bereits bei Kinderwunsch und spätestens zu Beginn der Schwangerschaft die tägliche Einnahme von Folsäure. Sie unterstützt die gesunde Entwicklung des Nervensystems des ungeborenen Kindes und kann das Risiko bestimmter Fehlbildungen reduzieren.

Auch Jod spielt eine wichtige Rolle. Es wird unter anderem für die Entwicklung von Gehirn und Nervensystem benötigt. Deshalb wird vielen Schwangeren eine zusätzliche Jodzufuhr empfohlen – sofern keine gesundheitlichen Gründe dagegensprechen. Wer wenig oder keinen Fisch isst, sollte außerdem auf die Omega-3-Fettsäure DHA achten. Sie trägt zur normalen Entwicklung von Gehirn und Augen des Kindes bei. In vielen Schwangerschaftspräparaten ist DHA bereits enthalten.
Wichtig zu wissen: Nicht jede Nahrungsergänzung ist automatisch sinnvoll. Eisenpräparate beispielsweise sollten nicht vorsorglich eingenommen werden, sondern nur dann, wenn tatsächlich ein Mangel festgestellt wurde. Eine Beratung in der Arztpraxis, bei der Hebamme oder in der Apotheke kann helfen, die passende Versorgung für die individuelle Situation zu finden.

Diese Lebensmittel sollten tabu sein

Während der Schwangerschaft arbeitet das Immunsystem etwas anders als gewohnt. Dadurch können bestimmte Lebensmittelinfektionen für Mutter und Kind gefährlich werden. Experten raten deshalb dazu, auf rohe tierische Lebensmittel zu verzichten. Dazu gehören beispielsweise:
rohes oder nicht vollständig durchgegartes Fleisch
Mett und Tatar
Sushi mit rohem Fisch
rohe Eier
Rohmilchprodukte
Rohwürste wie Salami oder Teewurst
Auch rohe Sprossen sowie fertig geschnittene Salate gelten als risikoreicher. Obst und Gemüse sollten gründlich gewaschen werden. Fleisch und Fisch sollten stets gut durchgegart auf den Teller kommen.


Bewegung ist ausdrücklich erwünscht

Lange Zeit galt Schonung als oberstes Gebot in der Schwangerschaft. Heute weiß man: Bewegung tut den meisten Schwangeren gut. Empfohlen werden mindestens 30 Minuten moderate Bewegung an fünf Tagen pro Woche, idealerweise sogar täglich. Spaziergänge, Schwimmen, Radfahren oder spezielle Schwangerschaftsgymnastik stärken Herz und Kreislauf, fördern das Wohlbefinden und können Rückenschmerzen, Schwangerschaftsdiabetes oder einer übermäßigen Gewichtszunahme entgegenwirken. Eine einfache Orientierung bietet der sogenannte Talk-Test: Solange man sich während der Bewegung noch unterhalten kann, ist die Belastung meist passend.

Alkohol, Rauchen und Medikamente

Bei einigen Themen sind die Empfehlungen eindeutig: Alkohol sollte während der gesamten Schwangerschaft konsequent vermieden werden. Gleiches gilt für das Rauchen und E-Zigaretten. Auch bei Medikamenten ist Vorsicht geboten. Selbst frei verkäufliche Präparate sollten nicht ohne Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme eingenommen werden.

 


Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden oder Unwohlsein wenden Sie sich bitte an medizinisches Fachpersonal.