Linda Adolf:
Ich spreche heute mit Julia Rosenkranz, passionierte Schlafexpertin und zertifizierter Schlafcoach. Liebe Julia, vielen Dank, dass du heute mit uns über das Thema Schlaf sprichst. Was zeichnet eigentlich gesunden Schlaf aus?
Julia Rosenkranz:
Gesunder Schlaf besteht aus mehreren Schlafzyklen – in der Regel durchlaufen wir vier bis sieben Zyklen pro Nacht. Jeder Zyklus setzt sich aus verschiedenen Schlafphasen zusammen: dem leichten Schlaf, dem stabilen Schlaf sowie zwei besonders wichtigen Phasen – dem Tiefschlaf und dem Traumschlaf.
Gerade diese beiden Phasen sind entscheidend für unsere Regeneration. Im Tiefschlaf erholt sich der Körper: Reinigungsprozesse finden statt, Organe regenerieren sich. Der Traumschlaf hingegen ist wichtig für die mentale Verarbeitung. Hier verarbeitet unser Gehirn Erlebnisse, lernt und ordnet Eindrücke des Tages.
Linda Adolf:
Was passiert, wenn dieser Ablauf gestört wird?
Julia Rosenkranz:
Ein gutes Beispiel ist Schnarchen – eine der häufigsten Schlafstörungen in Deutschland. Dabei kommt es zu kleinen Weckreaktionen, damit wir im Schlaf weiter atmen können. Diese Unterbrechungen verhindern, dass wir ausreichend in die Tief- und Traumschlafphasen gelangen. Die Folge: Wir wachen morgens erschöpft auf, haben Kopfschmerzen oder einen trockenen Mund.
Das Problem ist, dass Betroffene ihr eigenes Schnarchen oft gar nicht bemerken.
Neben Schnarchen sind Ein- und Durchschlafstörungen sehr verbreitet. Viele Menschen schlafen zwar schnell ein, wachen aber nachts – häufig gegen drei Uhr – auf und können dann längere Zeit nicht mehr einschlafen.
Linda Adolf:
Sollte man auch dann aktiv werden, wenn man schnarcht, aber keine offensichtlichen Beschwerden hat?
Julia Rosenkranz:
Auf jeden Fall. Es gibt zwar Menschen, bei denen Schnarchen unproblematisch ist, aber das ist eher die Ausnahme. Wichtig ist: Man muss nicht sofort ins Schlaflabor. Ein erster Schritt kann eine sogenannte Polygraphie sein – eine Messung zu Hause mit einem kleinen Gerät, das man beispielsweise vom HNO-Arzt erhält.
Oft helfen schon einfache Maßnahmen. Schnarchen tritt häufig in Rückenlage auf. Wer es schafft, diese Position zu vermeiden – etwa durch ein Kissen im Rücken oder einfache Tricks – kann bereits eine deutliche Verbesserung erzielen.
Linda Adolf:
Mit welchen Problemen kommen die Menschen am häufigsten zu dir?
Julia Rosenkranz:
Neben Schnarchen sind Ein- und Durchschlafstörungen sehr verbreitet. Viele Menschen schlafen zwar schnell ein, wachen aber nachts – häufig gegen drei Uhr – auf und können dann längere Zeit nicht mehr einschlafen.
Das hängt oft mit Stress zusammen. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, nehmen Druck und Gedanken mit ins Bett. Nachts wird dann vermehrt Cortisol ausgeschüttet, unser Stresshormon. Das führt dazu, dass wir nachts wach sind – und morgens, wenn wir Energie bräuchten, erschöpft sind.
So entsteht schnell ein Teufelskreis: Müdigkeit am Tag, kurze Nickerchen, abends geringerer Schlafdruck – und erneut eine schlechte Nacht.
Linda Adolf:
Was kann man konkret tun, um den Schlaf zu verbessern?
Julia Rosenkranz:
Es gibt einige einfache, aber wirkungsvolle Maßnahmen:
- Handy weglegen: Idealerweise zwei Stunden vor dem Schlafengehen. Social Media und Bildschirmzeit regen das Gehirn an, statt es zur Ruhe zu bringen.
- Wohlfühlatmosphäre schaffen: Das Schlafzimmer sollte ein Ort sein, an dem man sich wirklich entspannen kann – von der Matratze bis zur Raumgestaltung.
- Magnesium beachten: Magnesium hilft beim Abbau von Stresshormonen. Ein Mangel kann den Schlaf negativ beeinflussen.
- Entspannungstechniken nutzen: Meditation oder Atemübungen helfen, Körper und Geist herunterzufahren.
- Aktiv werden: Schlafprobleme sollte man ernst nehmen und sich bei Bedarf Unterstützung holen.
Linda Adolf:
Du hast gerade das Thema Wohlfühlatmosphäre angesprochen. Welche Rolle spielt dabei die richtige Nachtwäsche?
Julia Rosenkranz:
Eine größere, als viele denken. Hochwertige Nachtwäsche sorgt dafür, dass nichts einengt oder verrutscht – das steigert den Komfort enorm. Außerdem spielt die Temperaturregulation eine wichtige Rolle. Es gibt Materialien, die wärmen oder kühlen und so den Schlaf unterstützen. Gerade bei Themen wie nächtlichem Schwitzen oder Frieren kann das einen großen Unterschied machen.
Linda Adolf:
Das klingt absolut nachvollziehbar. Vielen Dank für die vielen wertvollen Einblicke!
Julia Rosenkranz:
Sehr gerne.
Linda Adolf:
Danke dir für das Gespräch – und bis bald!




