Nehmen wir an, dass sich eine nahe weibliche Verwandte durch Instagram scrollte und ihr plötzlich DAS Wundermittel gegen Bluthochdruck von Dr. Eckart von Hirschhausen empfohlen wurde. Klingt vertrauenswürdig. Klingt wunderbar. Klick, bestellt, bezahlt, geliefert - Wirkung gleich null. Wie kann das sein? Hatte doch Dr. Eckart von Hirschhausen empfohlen. Es klang doch so perfekt!
Ist es aber nicht. Hinter solchen Videos steckt eine neue Betrugsmasche, die viele Menschen verunsichert.
So ähnlich könnte eine Fake-Medikamenten-Anzeige aussehen! Diese hier wurde in nur wenigen Klicks von der OeldeToGo-Redaktion zur Anschauungszwecken erstellt.
Wenn Vertrauen manipuliert wird
Deepfake-Videos wirken täuschend echt. Gesicht, Stimme, Gestik. Alles passt. Doch die Inhalte sind erfunden. Im Fall von Hirschhausen wurden Videos verbreitet, in denen er angeblich Medikamente empfiehlt. Aussagen, die er nie gemacht hat. Möglich wird das durch Künstliche Intelligenz, die aus vorhandenem Material neue Clips erstellt. Für viele ist das kaum zu erkennen.
Die unsichtbare Gefahr aus dem Internet
Hinter diesen Werbungen stecken oft Produkte, die nicht geprüft sind. Manche wirken gar nicht. Andere können sogar schaden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte warnt vor solchen Angeboten. Besonders kritisch ist, dass Menschen echte Hilfe hinauszögern. Sie vertrauen auf falsche Versprechen und riskieren ihre Gesundheit.
Gefälschte Prominente weltweit
Nicht nur in Deutschland passiert das. Auch internationale Persönlichkeiten werden missbraucht. Ärzte, Moderatorinnen, Wissenschaftler. Ihre Gesichter werden genutzt, um Vertrauen zu erzeugen. Die Masche ist immer gleich. Bekanntes Gesicht, großes Versprechen, schneller Kauf. Die Produkte dahinter sind oft nicht geprüft.
Fake-Shops und gefährliche Mittel
Ein konkretes Beispiel sind Online-Shops, die angebliche Wundermittel gegen Diabetes oder Gelenkschmerzen anbieten. Verpackung und Werbung wirken professionell. Doch laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte sind solche Produkte häufig nicht zugelassen. In Einzelfällen wurden sogar falsche Inhaltsstoffe festgestellt. Das kann gesundheitliche Folgen haben.
Fake-Shops auf Instagram wirken oft professionell, doch ein genauer Blick lohnt sich. Häufig werben sie mit bekannten Gesichtern wie Eckart von Hirschhausen, deren Aussagen jedoch gefälscht sind. Die Versprechen klingen zu gut, etwa schnelle Heilung ohne Nebenwirkungen. Laut Verbraucherzentrale fehlt oft ein vollständiges Impressum oder eine klare Firmenadresse. Links führen auf unbekannte Seiten im Ausland, Bewertungen wirken auffällig ähnlich oder sind gar nicht vorhanden. Auch Zeitdruck ist typisch, etwa durch Hinweise wie „nur heute verfügbar“. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte rät zur Vorsicht bei solchen Angeboten. Fehlt zudem die Möglichkeit einer persönlichen Beratung, ist das ein starkes Warnsignal.
Warum echte Beratung schützt
Diese Fälle zeigen, wie wichtig sichere Anlaufstellen sind. In der Apotheke vor Ort bekommst du geprüfte Medikamente und persönliche Beratung. Fachpersonal erkennt Risiken und klärt auf. Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hebt genau das hervor. Vertrauen entsteht durch echte Gespräche, nicht durch Videos im Netz.
"Hirschhausen und die Deepfake-Mafia", Bildrechte: WDR/Bilderfest/Annika Graeff, Fotograf: WDR Westdeutscher Rundfunk
Quellen
Dich interessiert das Thema und du möchtest weitere Informationen? Dann schau hier:
„Hirschhausen und die Deepfake-Mafia“, ARD Mediathek
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände