Dranbleiben statt aufgeben: Gib deine guten Vorsätze nicht auf!

Geschrieben am 30.01.2026
von Redaktion OeldeToGo


„Natürlich machen wir das! Wir beiden. Zusammen. Wir werden mindestens!!! zwei Mal die Woche laufen gehen. Ganz langsam starten. Und irgendwann … wird daraus joggen!“ Mit genau diesem hochmotivierten, felsenfesten und rückblickend leicht naiven guten Vorsatz sind eine gute Freundin und ich vor vier Jahren ins neue Jahr gestartet. Sportlich im Kopf, groß im Willen – und erstaunlich kreativ, wenn es darum geht, das Ganze später elegant zu umschiffen. Was das Thema „mehr Bewegung“ angeht, muss man fair sein: Eine von uns hat das wirklich durchgezogen. (Kleiner Spoiler: Ich bin es nicht. Und nein, ich bin davon selbst am wenigsten überrascht.)

Liebe Grüße gehen an dieser Stelle raus an Dich, liebe Jasmin. So viel also zu „Me-Time“, gut durchdachtem Zeitmanagement und all den schönen Plänen, die man sich zwischen Alltag, Job und Leben so macht. Aber unter Freundinnen ist das kein Problem: Dann trinkt man den Kaffee eben nicht jetzt, sondern später. Ganz entspannt. Gemeinsam. Und ohne schlechtes Gewissen.

Aber nun zum Thema - der Januar ist schon ein merkwürdiger Monat. Am Anfang ist da Schwung, Hoffnung, vielleicht sogar Stolz. Was will man alles erreichen... mehr Sport, weniger Zucker, viel mehr gesund und vielleicht sogar mehr Selfcare...? Und dann, nach etwa drei Wochen, wird es stiller. Statt in der Kälte joggen, lieber mit den Chips auf dem Sofa? Bin ich schon wieder mit all meinen Vorsätzen krachend gegen die Wand gefahren? Gescheitert? An mir und mit mir und meinen eigentlich doch guten Vorsätzen?

Der Mythos vom schnellen Aufgeben

Oft heißt es, gute Vorsätze halten nur 19 Tage. Diese Zahl stammt aus einer Auswertung der Sport-App Strava und bezieht sich vor allem auf Fitnessziele. Auch der Psychologe Jörg Berger sagt, dass rund 80 Prozent der Vorsätze bis Ende Januar aufgeben. Diese Aussagen sind zugespitzt und zeigen nur einen Teil der Realität.

Was Zahlen aus Deutschland wirklich zeigen

Repräsentative Daten der DAK-Gesundheit und des Instituts Forsa zeichnen ein anderes Bild. Für das Jahr 2023 zeigt sich: Nach drei Wochen haben nur etwa elf Prozent komplett aufgegeben. Rund 60 Prozent halten ihre Vorsätze sogar länger als drei Monate durch. Das ist deutlich mehr, als viele erwarten.

Wann aus Vorsätzen Gewohnheiten werden

Neue Routinen brauchen Zeit. Im Schnitt dauert es etwa zwei Monate, bis ein Verhalten automatisch wird. Manche schaffen es schneller, andere brauchen deutlich länger. Drei Wochen sind meist nur der Anfang, nicht das Ziel (Vgl. Phillippa Lally, Psychologin). 

Warum es nach drei Wochen wackelt

Nach ca. drei Wochen trifft unser guter Vorsatz auf den Alltag. Müdigkeit, Stress und alte Muster melden sich vehement zurück und pochen auf Beachtung. Wer sich Ziele aus Pflichtgefühl setzt oder sehr vage bleibt, verliert schneller die Lust. Klare Schritte, ein echtes Warum und Geduld helfen, diese Phase zu überstehen.  Viele Fachleute raten dazu, sich kleine, erreichbare Ziele zu setzen. Schritt für Schritt fällt es leichter, dranzubleiben und neue Gewohnheiten zu festigen.

Was du daraus mitnehmen kannst

Wenn dein Vorsatz gerade unsicher wirkt, bist du nicht allein. Das ist normal. Gleichzeitig zeigen die Daten: Viele Menschen bleiben dran und schaffen echte Veränderungen. Drei Wochen sind kein Scheitern, sondern ein Übergang. Außerdem darfst du dir immer wieder auf die Schulter klopfen, wenn du einen neuen Tag mit deinen Vorsätzen geschafft hast. Gleichzeitig ist es auch okay, wenn dir das nicht jeden Tag gelingt. Dann starte am nächsten Tag noch einmal neu. 

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden oder Unwohlsein wenden Sie sich bitte an medizinisches Fachpersonal.

Quellen:
Dich interessiert das Thema und du möchtest weitere Informationen? Dann schau hier:
– Deutschlandfunk Kultur, „Gute Vorsätze – Neue Forschungsergebnisse zum besseren Durchhalten“, 09.01.2020
–  DAK Gesundheit / Forsa, „Gute Vorsätze für das Jahr 2024“, 21.11.2023
– In-Mind Magazin, Thurn & Schlicht, Zusammenfassung der Studie von Lally et al. (2009)
– Focus Magazin, „Du willst fit sein? Pass dich an!“, 24.12.2022
– Frankfurter Rundschau, Interview mit Jörg Berger, 29.12.2025