Weihnachten. Das Fest der Liebe. Und – seien wir ehrlich – das Fest, an dem der Magen irgendwann leise fragt, ob das jetzt wirklich noch nötig war. Gänsebraten, Kartoffelknödel, Soße, Plätzchen, Pralinen, vielleicht ein Gläschen Wein oder zwei. Und weil es so schön ist, gibt’s Nachschlag. Oder drei. Kein Wunder also, dass sich viele Menschen an den Feiertagen denken: „Ich glaube, ich habe mich dezent überfressen.“ Dezent ist dabei oft sehr wohlwollend formuliert.
Was passiert da eigentlich im Bauch?
Unser Magen ist kein Weihnachtswunderwerk. Große, fettige und sehr zuckerreiche Mahlzeiten fordern ihn maximal heraus. Er wird stark gedehnt, produziert mehr Magensäure und arbeitet im Akkord. Gleichzeitig zieht die Verdauung jede Menge Energie ab – Blut wandert vom Kopf in den Bauch. Das Ergebnis:
Der Kopf wird müde, der Bauch schwer, die Stimmung leicht genervt. Kommt Alkohol dazu oder wird spät gegessen, hat die Magensäure leichtes Spiel. Sie sucht sich ihren Weg nach oben – Sodbrennen lässt grüßen. Nicht selten mit dem dezenten Hinweis, dass Hinlegen jetzt eine sehr schlechte Idee wäre.
Und was hilft, wenn es schon passiert ist?
Zuerst einmal: Keine Panik. Ein überforderter Weihnachtsmagen ist kein medizinischer Notfall, sondern ein Klassiker. Hilfreich ist alles, was Druck rausnimmt – im wahrsten Sinne des Wortes. Ein kleiner Spaziergang nach dem Essen bringt Bewegung in die Verdauung und hilft, die Säure da zu behalten, wo sie hingehört. Aufrecht sitzen oder stehen ist deutlich besser als direkt aufs Sofa zu sinken. Wärme – etwa durch eine Wärmflasche – entspannt die Muskulatur im Bauch. Dazu etwas Wasser oder ein milder Kräutertee, und der Magen kann langsam wieder runterfahren.
Was eher nicht hilft: der berühmte „Verdauungsschnaps“, noch ein Stück Schokolade „für den Geschmack“ oder das sofortige Hinlegen mit dem Gedanken: Ach, das regelt sich schon. Spoiler: tut es meist nicht.
Wann sollte man genauer hinhören?
Wenn Magenprobleme ausschließlich an den Feiertagen auftreten, ist das meist harmlos. Wer jedoch häufig unter Sodbrennen, starken Schmerzen oder anhaltenden Beschwerden leidet – auch außerhalb von Weihnachten – sollte das ärztlich abklären lassen. Der Magen meldet sich nicht ohne Grund.
🎁 Zum Schluss, ganz weihnachtlich:
Genießen gehört zu Weihnachten dazu. Sich quälen eigentlich nicht. Vielleicht hilft der Gedanke, dass der nächste Plätzchenteller auch morgen noch da ist – der Magen dankt es meist sofort.