NABU Oelde ruft Bürgerinnen und Bürger zum Mitmachen auf. Weniger Mähen stärkt Insekten, Vögel und das Klima im eigenen Garten. Schon kleine Flächen machen einen Unterschied.
Der „Mähfreie Mai“ geht auf die britische Aktion „No Mow May“ zurück. Inzwischen findet die Idee auch in Deutschland zunehmend Beachtung. Der Gedanke dahinter ist einfach: Wer den Rasen im Mai ruhen lässt, gibt Wildkräutern Zeit zu blühen und schafft zusätzliche Nahrung für Insekten.
Der NABU Oelde greift diese Idee auf und ruft Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer in Oelde dazu auf, im eigenen Garten mitzumachen.
Dabei geht es nicht darum, den Garten aufzugeben oder verwildern zu lassen. Wege, Sitzplätze und häufig genutzte Bereiche können weiterhin gemäht werden. Entscheidend ist, an anderer Stelle bewusst eine Pause einzulegen. Schon ein Streifen am Rand, eine Fläche unter einem Baum oder eine kleine Insel im Rasen können ausreichen.
„Der mähfreie Mai ist ein einfacher Einstieg in mehr Natur im eigenen Garten“,
sagt Elke Preißler vom NABU Oelde. „Wenn eine Rasenfläche oder Inseln einige Wochen stehen bleibt, können Pflanzen zur Blüte kommen, die sonst regelmäßig abgeschnitten werden. Davon profitieren viele Insekten. Und Insekten sind wiederum für zahlreiche Gartenvögel wichtig.“
Wer eine Fläche im Mai stehen lässt, kann oft schnell beobachten, wie sich der Garten verändert. Zwischen den Gräsern zeigen sich Blüten, die vorher kaum auffielen. Aus einer kurz gehaltenen Rasenfläche kann so für einige Wochen ein kleiner Nahrungsplatz für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten werden. Auch Käfer und Heuschrecken finden in höherem Gras mehr Schutz als auf kurz gemähten Flächen.
Für Vögel ist diese Entwicklung ebenfalls hilfreich. Während der Brutzeit brauchen sie proteinreiche Nahrung für ihren Nachwuchs. Insekten, Raupen und andere kleine Tiere spielen dabei eine wichtige Rolle. Auch Samen von Gräsern und Wildpflanzen können für manche Vogelarten eine zusätzliche Nahrungsquelle sein.
Der NABU Oelde betont: Ein mähfreier Mai kann gepflegt aussehen, wenn er bewusst umgesetzt wird. Gemähte Wege, klare Ränder oder kurz gehaltene Aufenthaltsbereiche zeigen, dass die Fläche gezielt gestaltet ist. So bleibt der Garten nutzbar und bekommt zugleich Bereiche, in denen mehr Natur stattfinden darf.
Wenn viele Gärten kleine Flächen stehen lassen, entsteht ein wertvoller Effekt über den einzelnen Garten hinaus. Insekten finden im Siedlungsraum leichter Nahrung und Rückzugsorte. Solche Blühinseln können zu kleinen Trittsteinen werden, besonders dort, wo versiegelte Flächen und kurz geschnittene Rasenflächen wenig Nahrung bieten.
Auch der Garten selbst kann profitieren. Höheres Gras beschattet den Boden besser, Feuchtigkeit verdunstet langsamer und die Fläche hält trockene Tage oft besser aus. Der mähfreie Mai ist damit nicht nur ein Beitrag für Insekten und Vögel, sondern auch ein einfacher Versuch, den eigenen Garten widerstandsfähiger zu machen.
„Viele Menschen sind überrascht, wie viel auf wenigen Quadratmetern passiert, wenn man der Natur etwas Raum und Zeit lässt“
sagt Martin Rückert vom NABU Oelde. „Der mähfreie Mai ist eine Einladung, den eigenen Garten einmal anders zu beobachten.“
Der NABU Oelde lädt alle ein, die einen Garten, Vorgarten oder Kleingarten haben, im Mai eine Fläche auszuwählen, den Rasen dort wachsen zu lassen und zu beobachten, welche Pflanzen und Tiere sich zeigen. Jeder Garten kann auf seine Weise ein Stück Natur vor der eigenen Haustür unterstützen.
Weitere Informationen unter www.nabu-oelde.de.